Psychotherapie
Psychoanalyse - Tiefenpsychologie - Verhaltenstherapie. Psychotherapie könnte man etwas salopp mit “Heilen durch das Wort” übersetzen. Modern heißt das also, dass sich die Psychotherapie psychologischer Mittel in ihren Behandlungen bedient.

Insbesondere werden durch Psychotherapie eine Reihe psychischer, emotionaler und auch psychosomatischer Erkrankungen als auch Verhaltensstörungen behandelt. Aber auch Patienten mit akuten Konflikt-oder Überforderungsproblemen profitieren von diesem Therapieansatz. Die Behandlung wird in den meisten Fällen als Einzeltherapie durchgeführt. Es besteht aber je nach Bedarf und Indikation auch die Möglichkeit zu einer Paar- Familien- oder Gruppentherapie.

In den Gesprächen zwischen Patient und Therapeut wird versucht, verdrängte und/oder unbewältigte Konflikte aufzudecken und neue Lernerfahrungen zu ermöglichen als auch entsprechende Verhaltensänderungen zu bewirken.

Generell werden von den Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und auch den meisten Privaten Krankenkassen (PKV) nur nachfolgende Therapieformen erstattet: Psychoanalyse, Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (häufig gleichgesetzt mit Gesprächstherapie), Verhaltenstherapie.

Es gibt noch weitere andere Psychotherapieverfahren (nur um einige zu nennen:

Familientherapie, Gestalttherapie, Logotherapie nach Frankl, Psychodrama, etc.) Diese andern Psychotherapieverfahren haben schon ihre Bedeutung, werden aber in aller Regel weder von der GKV noch der PKV genehmigt bzw erstattet.

Zur näheren Klärung der drei oben genannten Therapieformen folgen nun in relativ kurzer Form einige Definitionen, die nicht Anspruch auf umfangreiche Klärung der Begriffe erheben, sondern lediglich einen Einblick geben sollen.

Psychoanalyse: Dieser Zweig der Psychotherapie wurde 1886 von Sigmund Freud begründet. Freud benannte im Wesentlichen folgende Bedeutungsebenen seiner Behandlungsform: Mit Hilfe der Psychoanalyse können unbewusste Bedeutungen seelischer Vorgänge aufgeschlüsselt werden. Klärung und auch Deutung u.a. von Übertragung, Widerstand und unbewusster Wünsche dienen als Technik. Insbesondere durch die theoretische Erschaffung von intrapsychischen Räumen (gemeint ist Ich-Es-Über-Ich), denen in entwicklungspsychologischer Hinsicht Bedeutung zukommt (entsprechende Untersuchungen), sind eine wesentliche Grundlage der Theorie. Anzumerken bleibt in diesem Zusammenhang, dass es im weiteren Verlauf zu einer Spaltung der Psychoanalyse mit unterschiedlichen Schulen kam- hier wären insbesondere C.G.Jung (Analytische Psychologie) oder auch A. Adler (Individualpsychologie) zu nennen. Durch weitere konsequente Forschung konnte die Psychoanalyse weiter entwickelt werden und auch in einigen Bereichen ihrer Theorie bestätigt werden . Neuere Erkenntnisse führten aber auch zu bahnbrechenden Erkenntnissen, die eben auch ältere theoretische Inhalte nicht bestätigen konnten.

Tiefenpsychologie: Hierbei handelt es sich eigentlich um einen Sammelbegriff: Ausgehend von der klassischen Psychoanalyse nach Freud als auch davon abweichenden psychologischen und psychotherapeutischen Schulen (Jung, Adler, Schulz-Henke), in denen verborgene (=”in der Tiefe der Seele liegende”) Themen eine zentrale Rolle spielen.

Verhaltenstherapie: Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem versucht wird, bestimmte Verhaltensweisen (wobei psychische Symptome und /oder körperliche Beschwerden gemeint sind) zu verändern. Im Zuge dieses Therapieverfahrens werden die Fähigkeiten des Patienten zur Eigensteuerung “entdeckt” und im Verlauf der Therapie gestärkt. Im Gegensatz zu den bereits dargestellten Therapieverfahren behandelt die Verhaltenstherapie das am Kranken offen beobachtbare (Fehl-)Verhalten.